Morini Guido
1959 in Mailand geboren, machte Guido Morini seinem Studienabschluss in den Fächern Orgel und Cembalo mit besonderem Schwerpunkt auf Alte Musik, wobei er sich insbesondere der Praxis des Basso continuo und der Improvisation zuwandte. Im Rahmen seiner regen Konzerttätigkeit arbeitete er mit einigen der bedeutendsten Musiker Europas zusammen. Er wirkte in über siebzig Aufnahmen mit, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden und großes Echo in der internationalen Presse fanden. Für den österreichischen Rundfunk ORF machte er mit dem Ensemble Accordone exklusive Liveaufnahmen. Gemeinsam mit Marina Spreafico vom Teatro Arsenale di Milano führte Guido Morini einen Workshop über die Beziehung von Klang, Raum, Gestik und Instrument. Für Produktionen desselben Theaters komponierte er auch Musikstücke. Ebenso, wie ein Maestro di cappella der Vergangenheit sich nicht mit dem Aufführen von bestehenden Werken begnügte, begann Guido Morini für das Ensemble „maßgeschneiderte“ Werke im Stil der Zeit zu arrangieren und bearbeiten, bevor er sich zu freier Komposition weiter entwickelte und Konzerte, Oratorien und liturgische Musik schuf. In den beiden Projekten „Una Odissea“ (2002) auf der Grundlage von Texten von Marco Beasley und „Vivifice Spiritus Vitae Vis“ (2005), dem ersten Teil von „Servabo“ (einer der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmeten Trilogie), nimmt Guido Morini die Herausforderung an, eine musikalische Formensprache zu entwickeln,die die Herzen des Publikums im 21. Jahrhundert zu berühren vermag.
„Ein umgänglicher Charakter, gute Vorbereitung und ein gewisses Maß an Glück haben dazu beigetragen, dass ich in der Konzertwelt einen Platz gefunden habe. Nach einer Periode harter Arbeit, in der ich mich hoch arbeitete, begann ich mit einigen namhaften Ensembles zusammen zu musizieren, was sich zweifellos gut ausnahm im Lebenslauf und förderlich für meine Karriere war, mich jedoch nie vollkommen zufrieden stellte. Ich wurde zunehmend von Unruhe erfasst und erreichte den Punkt, an dem ich meinen Beruf wechseln wollte. Doch wie so oft, wenn man den absoluten Tiefpunkt erreicht hat, eröffnete sich plötzlich ein Weg aus der Misere: Ich entdeckte das Theater und stürzte mich mit all der Begeisterung und Unvoreingenommenheit eines Anfängers ins Geschehen. Ich wollte Schauspieler werden und trat zu diesem Zwecke einer kleinen Schule mit großer Tradition bei. Dort verbrachte ich einige überaus intensive Jahre meines Lebens. Die musikalische Inspiration begann wieder zu fließen – ich begründete gemeinsam mit meinen Freunden Marco Beasley und Stefano Rocco ACCORDONE, ein Ensemble, in dem viele Ideen und große Energie umgesetzt werden. Gemeinsam überschreiten wir die Grenzen jener Aufführungspraxis, die von akademischer Seite abgesegnet sind.“
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